In Leonberg wurde deutlich: Die Energiewende ist machbar – und notwendig.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des Grünen Ortsverbands Leonberg zur Veranstaltung „Unsere Region. Unsere Energie.“ in die Steinturnhalle. Der Abend machte deutlich: Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung gehören zusammen.
Klimaschutz ist Verpflichtung – und wirtschaftliche Vernunft
Foto: Daniel SchorrZu Beginn ordnete Thekla Walker MdL den Stand der Energiewende in Baden-Württemberg ein. Neben Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit stellte sie vor allem die klimapolitische Verantwortung in den Mittelpunkt.
Mit Blick auf das Pariser Klimaabkommen betonte sie die internationale Verpflichtung zur CO₂-Reduktion und die Notwendigkeit des Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Klimaschutz sei keine optionale politische Haltung, sondern eine verbindliche Aufgabe.
Quelle: Fachagentur Wind und SolarGleichzeitig widersprach sie dem häufig vorgebrachten Argument, die Energiewende sei vor allem ein Kostenfaktor:
„Energiewende kostet Geld, Klimaschutz kostet Geld – kein Klimaschutz kostet deutlich mehr.“
Die Folgekosten des Nichthandelns seien volkswirtschaftlich ungleich höher.
Baden-Württemberg handelt – und bleibt international vernetzt
Foto: The Climate GroupWalker verwies darauf, dass Baden-Württemberg gemeinsam mit Kalifornien die „Under2 Coalition“ gegründet habe – ein Netzwerk von inzwischen 180 Regionen weltweit, die sich ambitionierte Klimaziele gesetzt haben.
Gerade in Zeiten wechselnder bundespolitischer Signale sei es entscheidend, dass Länder und Regionen verlässlich Kurs halten. Zugleich machte sie deutlich, dass politische Mehrheiten entscheidend bleiben:
„Es hängt schon davon ab, wer hier in der Landesregierung ist und wer die Regierung führt.“
Klimaschutz ist Aufgabe aller Ressorts
Ein zentrales Anliegen der vergangenen Legislatur sei gewesen, Klimaschutz verbindlich zu verankern. Mehrere Novellen des Klimaschutzgesetzes hätten klare Ziele gesetzt – unter anderem die Klimaneutralität bis 2040.
Dabei betonte Walker:
„Klimaschutz kann nicht nur vom Umweltministerium gemacht werden. Alle müssen in die Verantwortung.“
Gerade in Bereichen wie der Wärmeversorgung – wo noch immer der größte Anteil fossiler Energie steckt – brauche es langfristige Planungssicherheit und klare Rahmenbedingungen.
Foto: Daniel SchorrPeter Seimer, MdL des Wahlkreises 6 Leonberg-Herrenberg und Moderator des Abends, positionierte sich gegen die innovationshemmende Politk der aktuellen Bundesregierung:
„Das darf auf keinen Fall so kommen, wie das die Frau Reiche gerade plant.“
Praxis aus der Region: Energiewende wird konkret
Besonders deutlich wurde an diesem Abend: Die Energiewende lohnt sich für jeden – auch in unserer Region.
Foto: Daniel SchorrDie Teckwerke zeigten, wie Bürgerenergieprojekte erfolgreich entwickelt und finanziert werden können. Dabei wurde klar: Wenn Menschen vor Ort investieren und Verantwortung übernehmen, entstehen Projekte mit hoher Akzeptanz und langfristiger Perspektive. Die Wertschöpfung bleibt in der Region – und Bürgerinnen und Bürger werden zu aktiven Mitgestaltern der Energieversorgung.
Foto: Daniel SchorrWindkraft BB machte deutlich, dass der Ausbau der Windenergie kein theoretisches Planspiel ist, sondern konkrete Flächen, Genehmigungen und politischen Mut erfordert. Gerade in dicht besiedelten Regionen brauche es sachliche Diskussionen und den Willen, Projekte nicht durch lautstarke Einzelinteressen blockieren zu lassen.
Uli Hensinger, Sindelfinger Gemeinderat, zeigte aus kommunaler Sicht, wie sich Energiewende strategisch planen lässt – vom Netzausbau über Wärmeplanung bis hin zur Integration erneuerbarer Energien in bestehende Versorgungsstrukturen. Kommunale Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Versorgungssicherheit mit Klimaschutz zu verbinden.
Die Bürgerenergie Heckengäu machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig demokratische Beteiligung ist. Genossenschaftliche Modelle ermöglichen Mitbestimmung – etwa bei Standortfragen, Naturschutzbelangen oder wirtschaftlicher Ausgestaltung. Genau diese lokale Mitgestaltung stärkt die Akzeptanz und schafft Vertrauen.
Der gemeinsame Nenner aller Beiträge: Die Energiewende funktioniert dann besonders gut, wenn sie dezentral organisiert ist, wenn Kommunen, Bürgerinnen und Bürger eingebunden sind – und wenn politische Rahmenbedingungen Planungssicherheit bieten.
Die Zeit des Abwartens ist vorbei
Der Abend machte deutlich: Die Technologien sind vorhanden, die wirtschaftlichen Chancen ebenso. Entscheidend ist nun der politische Wille und die Bereitschaft, Projekte mutig umzusetzen.
Die Energiewende ist kein abstraktes Großprojekt, sondern ein gemeinsamer Kraftakt vor Ort. Sie stärkt Unabhängigkeit, schützt das Klima und eröffnet neue wirtschaftliche Perspektiven.
Wir danken allen Mitwirkenden und Gästen für das große Interesse und die engagierte Diskussion. Die Botschaft des Abends war klar:
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Unsere Region kann - und unsere Region muss.